Das heisse Wetter geht weiter. Auch heute wieder. Deshalb entscheiden wir uns für eine Bikerunde. Wir sind erst am Samstag nach Fideris gefahren. Da wir einen tollen Freitagabend mit Freunden geniessen durften. Zuerst mit einem feinen Znacht, dann mit dem Theater «Der Geizige» im Wasserschloss Hagenwil. Das war ein Ausflug nach Mostindien, der perfekt gefallen hat.
Die Route
Die heutige Runde hat Gabi auf der Karte ausgeheckt. Sie findet eine Route aufs Weissfluhjoch, die fahrbar aussieht. Ich bin sofort dabei. Schauen wir mal, ob das so geht, wie wir es uns vorstellen.
Die Umsetzung
Warm ist es bereits, als wir losfahren. Und wärmer wird es laufend. Jedenfalls, bis wir in Serneus den Aufstieg anpacken. Die Bikeroute verläuft zuerst der breiten Strasse hinauf zum Schifer entlang. Kurz vor dem Schifer biegen wir ab. Der Weg wird schmaler, ist aber problemlos zu fahren. Plötzlich riecht es süss. Und wie. Wir kommen an eine Stelle, an der reife Himbeeren in grosser Zahl auf uns warten. Spontan ist Pause angesagt, wir pflücken die reifen Früchte und verspeisen sie gleich. Sie munden himmlisch!
Weiter geht es auf dem schmaler werdenden Pfad. Bis er plötzlich auf eine breite Alpstrasse einmündet. Das ist die Zufahrtsstrasse zur Alp Casanna, die von Klosters herkommt. Bald kommen wir aus dem Wald, lassen die letzten Bäume hinter uns und folgen der Alpstrasse bis zur Alp Casanna. Ab da würde der Weg, gemäss der Karte, schmaler und schlechter. In natura bleibt es eine gut fahrbare Alpstrasse. Die im Moment weiter ausgebaut wird. Weil die Bergbahnen die Bahn vom Schifer hinauf aufs Weissfluhjoch ersetzen. Wir kurven somit durch eine Gebirgsbaustelle. Wäre es nicht Sonntag, wir wären definitiv am falschen Ort. Da stehen Baumaschinen der gröberen Sorte herum. Wenn die aktiv sind, bei der aktuellen Trockenheit, muss das stieben wie verrückt.
Aber heute, da passt es. Murmeltiere wuseln herum. Einmal rennt eines auf dem Weg immer kurz vor mir bergauf. Bis es ihm zu blöd wird. Es biegt links ab auf die Weide. Wir sehen schon länger das Ziel, das Weissfluhjoch. Das wir alsbald erreichen. Dank der eBikes relativ locker. Obwohl es ziemlich genau 2000 Höhenmeter sind. Zum Glück ist es ständig etwas kühler geworden, wir danken der Höhe.
Oben sehen wir uns um, Biker sausen in grosser Zahl um uns herum zu Tal, gen Davos. Herauf kommen sie mit der Parsennbahn. Andere wiederum kneten, notabene ohne Batterie, von Klosters her bergauf. Interessant ist, dass sie alle «Servus» sagen. Gibt es hier eine «Servus-Route»? Wir wissen es nicht.
Jedenfalls geniessen wir die Aussicht, essen das Zmittagssandwich und sind erstaunt, wie locker wir das Joch erreicht haben. Mit der Freude im Bauch sitzen wir wieder auf dem Sattel und treten die herrliche Abfahrt an. Kühl und erfrischend ist sie am Anfang. Am Ende landen wir im Glutofen von Küblis, wo es sehr, sehr warm ist.
Da mein Akku nahezu leer ist, kommt jetzt der spannende Teil. Reicht das bisschen Restakku noch, um wieder nach Fideris hochzukommen? Ich fahre sicherheitshalber durch die Kiesgrube. Das spart ein paar Höhenmeter. Schlussendlich schwitze ich relativ kurz ohne Batterie bergauf, gehe rund 300 Meter zu Fuss, weil es mir zu anstrengend wird. Und investiere die restlichen 3 % Akkuladung in die letzte Rampe hinauf nach Fideris. Wie vor einer Woche, erreiche ich das Ziel mit 1 % Restakku. Wieder eine Punktlandung. Aber so knapp wie heute, das war es noch nie.
Jetzt sind wir frisch geduscht und erholt, haben uns notfallmässig nach drinnen verzogen und schauen zu, wie es draussen langsam aber sicher gewittert. Immerhin kommen Spurenelemente von Nass vom Himmel. Was den Staub, den wir heute fleissig geschluckt haben, bindet. Schauen wir mal, ob es wirklich richtig nass wird.
Die Bilder des Tages.
Mit der Route.

Entdecke mehr von Tourenblog
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.








