Raus aus dem Prättigau und ab in die Zentralschweiz. Unser Ziel ist Oberrickenbach und von dort mit der Luftseilbahn die Bannalp. Gabi hat hier eine 2-Tageswanderung entdeckt, die spannend tönt.
Der Mittwoch – wilder als erwartet
Er startet mit der Anreise nach Stansstad. Dort holen wir Chrige, eine der Schwestern von Gabi, ab. Knapp 30 Minuten später sind wir an der Talstation der Luftseilbahn. Die Bahn transportiert fleissig Leute nach oben. Maximal 15 Personen passen in die kleine Kabine. Wir kommen mit der dritten Fahrt hoch. Schon während der Fahrt gefällt uns die Landschaft.
Oben gibt es eine kurze Einkehr bei der Chrüzhütte, respektive dem Selbstbedienungskiosk daneben. So gestärkt starten wir den Aufstieg zum Bannalppass. Das Wetter ist prächtig, die Wärme angenehm und die Szenerie passt auch. Auf dem Pass sehen wir, dass der Gipfel des Chaiserstuhls rasch erreicht werden kann. Den lassen wir uns nicht nehmen. Den Zmittag geniessen wir auf dem flachen und breiten Gipfel – mit wunderbarer Aussicht gen Luzern und hinein zum Brunnistock.
Weiter geht es mit dem kurzen Abstieg retour zum Pass. Der folgende Weg zum Rot Grätli verdient das Prädikat Extraklasse. Es wird immer schroffer, Fels und Gestein dominieren. Über die Schöntaler Moränen steigen wir zum Rot Grätli auf. Unter der Moräne liegt noch Eis.
Auf dem Grätli öffnet sich wieder ein neues Tal und eine andere Aussicht. Wir sehen den neu möblierten Gipfel des Titlis und jede Menge weiterer Berge. Im Abstieg löst sich auch das Rätsel um den vermeintlichen Felsbrocken: Es ist tatsächlich die Rugghubelhütte.
Hier logieren wir. Die Hütte ist gut geführt. Wir fühlen uns wohl. Bloss die Küche hat noch etwas Steigerungspotenzial beim Nachtessen. Die Älpermagronen folgen dem Sommer, sie sind zu trocken. Am Donnerstag soll es über den Walenpfad retour auf die Bannalp gehen. Nur: Macht das Wetter mit? Im Moment sieht es nicht danach aus. Wir sind gespannt, was uns am frühen Morgen erwartet.
Der Donnerstag – mit Sprutz
Unter den Walenstöcken führt der Walenpfad durch. Ein Weg, der sich eng an die vielen Windungen des Bergmassivs anschmiegt. Der Weg ist unser Tagesziel.
Ab der Rugghubelhütte steigen wir zuerst zur Brunnihütte SAC ab. Vorher konsultieren wir noch einmal gründlich den Wetterbericht für den Tag. Der eigentlich ziemlich nass werden soll. Glücklicherweise ist der Wetterbericht am Morgen besser. Es soll zwar immer noch nass werden. Die Chance, dass wir mehrheitlich trocken durchkommen, ist gross. Der Fall ist klar. Wir machen die Tour so wie geplant. Und steigen nicht via Brunnihütte und dem dortigen Sessellift aus und fahren nach Engelberg hinunter.
Kurz nach 08.00 Uhr brechen wir auf. Die Nacht in der Hütte war angenehm und so sind wir erholt. Das Wetter ist freundlich. Es hat zwar viele Wolken, meist mag sich die Sonne aber durchsetzen.
Bei der Brunnihütte SAC machen wir Pause. Da muss manchmal Hochbetrieb herrschen. Es gibt einen See, jede Menge Sitzgelegenheiten und sogar einen Kiosk, abseits der Hütte. Dort trinken wir etwas, prüfen noch einmal den Wetterbericht und biegen in den Walenpfad ein. In abwechslungsreichen Auf und Ab führt er, wie einleitend geschrieben, um das Bergmassiv herum. Zuerst über Alpen, dann im Wald, wieder hinauf zu Alpen und dann schmal und mit Stahlseilen gesichert dem Hang entlang in manche Einschnitte und wieder hinaus.
Wolken und Sonne wechseln sich ab. Bis es gegen Mittag plötzlich tröpfelt und eine Viertelstunde später einen heftigen Schauer ablädt. Wir schaffen es gerade noch in die Regenmontur. Eine gute halbe Stunde später ist der Spuk vorbei. Wir dampfen in den Regenschützen und müssen sie so rasch wie möglich ausziehen und verstauen. Es ist wieder warm und freundlich. Bleibt es so oder kommt nochmals eine Portion Wasser vom Himmel? Wir sind gespannt.
Zuerst essen wir den Zmittag am Fusse einer Felswand. Bereits mit Aussicht auf den Bannalpsee und das Gelände, wo wir gestern los gestiefelt sind. Noch etwas eineinhalb Stunden dauert es, bis wir wieder bei der Bahn sind. Es ist weiterhin trocken und freundlich. Wir freuen uns sehr, dass der Plan aufgegangen ist.
Mit der Bahn gondeln wir ins Tal, fahren nach Stans, finden ein 1a-Kaffeehaus, geniessen hinten im Garten bei fast 30 Grad ein Glacé, verabschieden Gabis Schwester, fahren los gen Luzern und fünf Minuten später prasselt ein gewittriger Schauer auf die Autoscheiben. Später, im Prättigau, regnet es stark. Die lang erwartete Abkühlung mit der ebenso dringend nötigen Regenfront ist im Anmarsch. Der Freitag wird ins Wasser fallen, wir werden einen Ruhetag geniessen.
Die Bilder vom Mittwoch sowie vom Donnerstag.
Und die beiden Routen.


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