Ab zu den Dohlen auf der Sulzfluh (2817 m)

Das Wetter soll umschlagen, der Schnee steht vor der Tür. Noch ist es nicht so weit. Der Föhn bläst und hält uns das nasse Wetter vom Leib.

Wir packen die Gelegenheit, fahren nach Partnun hoch und steigen auf die Sulzfluh. Das Wetter ist prächtig. Der Himmel ist fast blau, Wolken jagen, vom Föhn angetrieben, über den Himmel. Leute hat es fast keine mehr – wir sehen heute gerade mal drei Personen auf der Route. Zusammen mit uns dreien sind das so wenige Leute, wie es hier wohl selten hat.

am Morgen lacht die Sulzfluh in der Sonne

Für den Aufstieg wählen wir den Klassiker durch das Gemschtobel. Das ist immer wieder schön. Auch wenn es heute eher einem Windkanal gleichkommt. Der Föhn zieht wie durch einen Kamin hoch, und wir werden kräftig durchgelüftet. Unter einer Felswand sehen wir Steinwild – nicht ganz so nah, aber dank Feldstecher und Teleobjektiv kommen uns die Tiere trotzdem etwas näher. Sie geniessen die wärmende Sonne. Die auch für uns angenehm ist.

Als wir aus dem Tobel steigen, nimmt der Wind schlagartig ab. Letzte Schneereste begrüssen uns am schattigen Hang. Die imposante Kalksteinlandschaft hier oben ist wieder superschön. Vor allem heute, wo die Wolken und die Sonne im Wechselspiel die Sicht auf die Landschaft immer wieder verändern.

Bald stehen wir oben auf dem Gipfel. Wo das Gipfelkreuz im starken Wind wankt. Zum Glück ist es mit vielen Seilen gut verankert. Dohlen zeigen ihre Flugkünste, und ein Exemplar dieser Vögel erweist sich als extrem frech. Wir setzen uns hin, und der Vogel gesellt sich sofort zu uns. Und zwar ohne viel Abstand. Die Dohle hockt auf unseren Schuhen und Beinen und kommt immer näher. Es ist ein Schauspiel. Am Ende lassen wir uns erweichen und geben ihr ein paar Nüsse.

ein Gipfelbewohner
windgeschützt essen wir den Zmittag
die besagte Dohle
die Schoggi ass ich selber

Für den Abstieg wählen wir das Grüen Fürggli. Denn die Tilisunahütte ist leider schon seit Anfang Oktober geschlossen. Da wäre der vorzügliche Kaiserschmarrn sicher unser Ziel gewesen. Aber nichts ist damit, der Herd ist aus und macht Winterpause. Auf dem Grüen Fürggli erwischt uns einmal mehr frontal der Föhn. Abwärts sind wir etwas davor geschützt und steigen, vorbei am Partnunsee, weiter ab. Der Himmel hat sich in der Zwischenzeit mit dunklen Wolken überzogen. Es ist alles bereit für den Regen, der in der Nacht einsetzen soll. Er ist hochwillkommen. Es ist immer noch knochentrocken. Auch der Partnunsee hat so wenig Wasser, wie wir es noch nie gesehen haben.

am Abend ist der Himmel trüb

Den tollen Tag lassen wir daheim in Fideris gemütlich bei einem Fondue ausklingen.

Die Bilder des Tages.


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