Bergwetter an der Schesaplana (2965 m) – die unvollendete Tour

Lange schon wollen wir hinauf, auf die Schesaplana. Für eine Tagestour ist sie eine Spur zu weit weg. Darum planen wir unsere Bergtour mit einer Übernachtung in der Schesaplanahütte.

Der Plan

Mit dem Velo und dem Rucksack hinauf zur Hütte ist die Idee. Dort übernachten, am nächsten Tag früh raus und auf den Berg. Wieder retour zur Hütte und mit dem Velo in rasanter Fahrt hinab nach Grüsch und zurück nach Fideris. Das alles bei hübschem Wetter.

Und wie es wirklich kam

Am Sonntag pedalieren wir mit Sack und Pack, und wie geplant, hinauf zur Hütte. 30 Kilometer und knapp 1’400 Höhenmeter gibt das. Wir wissen, dass der Wetterbericht nicht gerade ideal ist. 48 Stunden vorher hätten wir der Hütte absagen können. Da ist die Wettervorhersage zu gut, um der Tour den Stecker zu ziehen. Jetzt, am Sonntagabend, sind die Vorhersagen schitter bis sehr bewölkt. Ob das gut kommt?

geschmückter Brunnen in Seewis

In der Hütte verbringen wir einen netten Abend mit einem Ehepaar an unserem Tisch. Das Essen ist fein. Allenthalben ist der Wetterbericht das vorherrschende Thema. Kann es wirklich sein, dass nach monatelanger Trockenheit gerade am Montag genau in unserer Gegend eine Regenzone durchzieht? Mit dieser Spannung sinken wir ins weiche Bett im Doppelzimmer und üben uns in Geduld.

die Schesaplanahütte
Apéro in der Abendsonne
mit prächtiger Aussicht
unsere Loge

In der Nacht beginnt es sachte zu regnen. Am Morgen um 06.30 Uhr regnet es wirklich. Die Berge sind verhangen. Die Wolken hängen tief bis zur Hütte. Auch unten im Tal wallen sie hin und her. Regenschauer kommen und gehen. Das sieht gar nicht gut aus. Erst am Nachmittag soll es wieder aufmachen. Was für unsere Runde, die gut 6 Stunden dauern wird, zu spät ist. Wir müssen heute ins Unterland. Morgen ruft die Arbeit.

nasser Morgen
die Hütte – und hinten wären wir ohne Sicht gen Schesaplana aufgestiegen

Nach dem Zmorge regnet es weiterhin. Wir studieren noch einmal das Regenradar und streichen die Segel. Das ist gar nichts. Die Sicht ist gleich null und alles ist pflotschnass. Was für einen T4-Weg im felsigen Gelände keine gute Voraussetzung ist. Ab ins Zimmer, packen, die Regenklamotten montieren und aufs Velo sitzen, sind die nächsten Tätigkeiten. Auf der Talfahrt regnet es zuerst relativ leicht. Wir und die Velos werden schön dreckig. Kurz vor Grüsch öffnen sich die Schleusen und wir pedalieren im Starkregen retour nach Fideris. Gut gewaschen kommen wir an. Material sortieren, trocknen und putzen ist angesagt.

Bereit für die Talfahrt
die nass und neblig war

Unten im Tal, da wo wir waren, sehen wir die ersten blauen Löcher. Im Expresstempo ziehen die Wolken und die Störung ab. Jetzt, um 14.00 Uhr, sitzen wir draussen an der Sonne. Der Himmel ist blau. Das, was wir erlebt haben, mutet fast wie ein Spuk an. Aber ja, so kann es einem gehen in den Bergen. Wann wir auf die Schesaplana kommen? Das wissen wohl nur die Götter.

Das Bilderbuch.


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