Teil 1 der Bündner-Glarner-Trilogie – das Kistenstöckli (2748 m)

Lange will ich schon auf das Kistenstöckli oberhalb von Brigels. Am letzten Montag ist es so weit. Wir brechen zu drei Tourentagen in der Region Brigels auf.

Montag – was wirst du bringen?

Mit dem Auto reisen wir nach Brigels und fahren mit dem Sessellift nach Crest Falla hoch. Eigentlich könnte man mit dem Auto bis zur Alp Quader fahren, stellen wir fest. Eine gute Option für ein anderes Mal – vielleicht schon früher, als gedacht.

auf der anderen Talseite liegt Obersaxen

Von Crest Falla steigt der Weg gleichmässig am Hang oberhalb des Val Frisal an. Es ist wenig los. Auf der Alp Quader machen wir Pause. Dort liegt eine Holzbeige der Bifertenhütte. Hüttengäste werden gebeten, Holzscheite mitzunehmen und zur Hütte hochzutragen. Das machen auch wir. So wandern die Scheiter stückweise bergwärts statt mit dem Helikopter. Ob es am Ende weniger Flüge braucht? Wohl nicht, aber die Idee zählt.

wir machen mit
der Beitrag von Gabi
und meiner

Die Landschaft ist wunderschön. Die Gletscher am Bifertenstock und den Brigelser Hörnern stehen prominent da, Kühe weiden und die Felder strahlen in verschiedenen Farben. Immer im Blick ist die Bifertenhütte, die oben am Rand einer weiten, kargen Fläche steht. Noch ahnen wir nicht, dass diese Landschaft am nächsten Tag zur Bühne eines besonderen Schauspiels werden wird.

Blick zum Bifertenstock und dem Kistenstöckli (rechts)
Kistenstöckli und vorne auf dem Rand die Bifertenhütte
Blick ins Val Frisal

Nach einer Kuchenpause in der Hütte packen wir das Kistenstöckli an. Rund 45 Minuten dauert der Aufstieg. Zuerst geht es über einen steilen Pfad, weiter oben helfen Ketten und Seile. Etwas Kraxelei über die Felsen ist nötig. So richtig wohl fühle ich mich nicht, aber es klappt.

Oben erwartet uns ein flaches, mit Steinmännern dekoriertes Gipfelplateau. Die Aussicht reicht vom Tödi über Limmern- und Muttsee bis hinaus ins Glarnerland. Prächtig. Doch während wir die Aussicht geniessen, ziehen aus Westen immer wieder dunkle Wolkenpakete durch. Beim Aufstieg hat es bereits etwas getröpfelt, für den Abend und die Nacht kündigt sich der Durchzug einer Störung an.

Gleitschirmpilot
Vom Kistenstöckli Blick hinab zum Limmerensee – im Hintergrund Regenschauer
der Tödi ist nah
die Bifertenhütte von oben
Rundblick auf dem Gipfel
das Kistenstöckli

Die Bifertenhütte wurde 2018 umgebaut und ist mit ihren 23 Plätzen ein kleines Schmuckstück. Betrieben wird sie von zwei pensionierten Schwestern. Mit rund zwölf Gästen geht es ruhig und ohne Hektik zu. Schön ist es hier, auch wenn die Hütte im Alltag etwas unpraktisch sei, weil die Vorräte ausserhalb gelagert werden müssen.

Vor dem Nachtessen sehen wir ziemlich nahe bei der Hütte acht Steinböcke. Sie ziehen umher und halten immer einen schönen Abstand zur Hütte. Hier, auf der kargen Ebene hoch über Brigels, fühlt man sich wie irgendwo im hohen Norden.

Das Bilderbuch des Tages.


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