Ein für uns eher untypisches Programm findet heute statt. Wir sitzen ins Auto und fahren ins Blaue. Unser Ferienhaus liegt an der Strada Orientale Sarda 125. Im Internet habe ich eine Beschreibung gefunden, die mir gefällt. Wie wir gestern herausgefunden haben, ist die Strasse auf Sardinien das Äquivalent zur Route 66 in den USA.
So kommt es zur Fahrt
Dummerweise habe ich mir bei der ersten Wanderung meine erste Blase seit Jahren eingefangen. Das Teil ist relativ gross und nicht sehr angenehm zu tragen. Als Ursache verdächtige ich eine böse Socke. Gemerkt habe ich das Malheur erst am Ende der Wanderung. Die gestrige Wanderung war eine suboptimale Therapie. Und bis Ende Woche stehen weitere Kilometer zu Fuss auf dem Programm. Deshalb gibt es heute den schonenden Autotag.
Baunei – und retour
Die Strasse führt der ganzen Ostküste entlang. Was für uns doch etwas lang ist. Wir picken uns ein knapp 60 Kilometer langes Teilstück, direkt von unserem Haus weg, heraus. Zuerst geht es nach Dorgali, der pulsierenden Kleinstadt in unserer Nähe.
Die Strasse führt in die Höhe. Wir sehen weit in die Landschaft, tief in Täler, bis zum Meer und vor allem immer wieder an die Berge. Sogar Pässe überqueren wir. Wiederholt gehen von der Strecke Wanderwege weg. Oftmals finden wir die Beschriebe dazu in unserem Rotherführer. Wir sind ganz klar im Wanderparadies gelandet.
In Baunei drehen wir um. Der kleine Bergort ist ein Zentrum des Outdoortourismus. Noch ist Vorsaison und es herrscht tote Hose. Bald wird hier alles angeboten, was man in den Bergen so machen kann. Mountainbiken, wandern, sogar als Canyoning-Paradies ist die Insel bekannt. Zur Abwechslung finden wir heute sogar eine Bar, die offen hat. Deshalb gibt es das erste Gelati. Zwar ein Magnum aus der Packung, aber immerhin. Das italienische Flair haben wir trotzdem. Denn wir sitzen vor der Bar am kleinen Tisch und beobachten die Strasse. Der Alltag nimmt seinen Lauf. Und wir den Autoschlüssel, um die Rückfahrt anzutreten.
So und dies und das
An der Route biegen wir mitten auf einer Hochebene auf eine schmale Nebenstrasse ab. Schauen genauer hin und was sehen wir? Riesige Flächen, auf denen Esel, Kühe, Schafe, Pferde und Schweine gemeinsam weiden. Zäune gibt es nicht. Die Tiere bewegen sich frei in der Natur. Die Schweine ziehen durch die Macchia und ich stelle mir vor, wie fein ihr Fleisch am Ende schmecken wird.
Auf dem Rückweg werden die Wolken immer bedrohlicher. Schon in der Nacht hat der Wind um 180 Grad gedreht. Er weht aus Osten vom Meer her und ist spürbar kühler. Nebelfetzen ziehen um die Berge und am Abend regnet es kurz. Jetzt, um 19.00 Uhr, sind die Berge in den Wolken verschwunden. Wir schätzen es, haben wir im Haus einen Holzofen. Er verbreitet eine wohlige Wärme. Denn draussen es hat noch um die 15 Grad und es wird kühler. Morgen soll es mit Nordwind wieder schön sein.
Das Bilderbuch des Tages.
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