„Bad Hair Day“ am Sevelerberg

Ja, hätte ich noch Haare, wäre heute ein hübscher „Bad Hair Day“ gewesen. Und das kam so.

Der Plan

Eine Schneeschuhtour ausserhalb des Prättigaus soll es geben. Wie alle Jahre wieder, ist das Affentheater WEF in Davos zu Gast. Was der Grund für die „Flucht“ aus dem Tal ist. Mit Freunden aus dem Kanton Thurgau, wollen wir heute unterwegs sein. Der Blick auf die Karte zeigt, dass es im Rheintal, auf dem Sevelerberg, eine nette Schneeschuhtour geben sollte. Der Skitourenguru sagt, auf Basis der Informationen des SLF, 10 – 58 cm Schnee voraus. Die Lawinengefahr ist mässig. Was im Moment, wo es doch sehr heikel ist, für uns passt. Der Gupf heisst Hurst und ist 1’971 Meter hoch.

etwas grün ist es auf dem Sevelerberg

Die Realität

Wir fahren in Fideris zeitig los. Um rechtzeitig am Treffpunkt beim Berggasthaus Gemsli auf dem Sevelerberg zu sein. In Landquart läutet das Telefon. Die Freunde sind am Draht. Ein paar ihrer Schuhe ist leider daheim geblieben. Eine Schneeschuhtour mit Turnschuhen? Das ist keine gute Idee. Wir drehen um, fahren retour nach Fideris und holen ein paar stabile Schuhe. Zum Glück passen die Schuhgrössen.

Auf dem Sevelerberg sind wir dann logischerweise später. Dumm ist, dass es die Beiz nicht mehr gibt. Die ist neu auch bei der Kette „Für immer zu“ Mitglied. Genauer gesagt seit Ostern 2025. Auf der Webseite der Gemeinde Sevelen ist aber alles so, wie wenn es die Beiz noch gäbe. Tja, nicht mal auf Webseiten von Gemeinden kann man sich mehr verlassen. Fakenews gibt es nun sogar hier.

Der Schnee und der Wind

Föhnig ist es heute, und zwar mehr, als angesagt war. In Balzers kämpft der Nebel gegen den starken Wind. Wir tauchen unter die Nebeldecke. Die wir erst am Sevelerberg wieder verlassen. Oben scheint die Sonne. Und es bläst. Und wie es bläst. Vor allem weiter oben, da, wo wir hinwollen, weht es Schneefahne um Schneefahne durchs Gelände. Dazu kommt die ultimative Schneehöhe von genau 0.00 Zentimetern. Es ist nämlich grün. Erst ab rund 1’500 Metern hat es etwas Schnee.

Blick ins Rheintal

Spontan planen wir um. Lawinenbesteck und Schneeschuhe fliegen ins Auto und wir brechen zu einer windigen Wanderung auf. Es macht keinen Sinn, auf fast 2’000 Meter hochzusteigen. Um sich vom Föhn mehr oder weniger umblasen zu lassen. Gemütlich kurven wir durch die windgepeitschte Landschaft. Die wir im Frühling mit dem eMTB erfahren wollen. Es hat da jede Menge hübscher Strässchen.

gen Bodensee geht die Aussicht
der Rhein hat wenig Wasser
oben grüsst der Hohe Kasten

Am Nachmittag machen wir kurz Pause vor dem Wind im Skihaus Sevelen. Wo es eine einmalige, brandneue, Toilette gibt. Das Pissoir ist direkt mit dem Lavabo kombiniert. Das Händewaschwasser ist gleichzeitig die Spülung für das Pissoir. Ein cooles Konzept.

das Skihaus in den Bäumen
mit dem innovativen Pissoir
der Blick ins Grün der Liechtensteiner

Schlussendlich treffen wir gut ausgelüftet wieder beim Berggasthaus ein. Wo wir parkiert haben. Nach einer kurzen Fahrt hinab nach Buchs SG, gibt es eine ausgedehnte Einkehr in der formidablen Traube. Die wir uneingeschränkt empfehlen.

Hier die gemütliche und schöne Runde im Wind.