Schesaplanahütte (1907 m) – Sommertraum mit Rückenwind

Es ist soweit. Mein bald 15-jähriges Mountainbike, noch mit 26-Zoll Rädern und ohne Batterie, tritt in den Vorruhestand. Seit Dienstag dieser Woche ist es da, mein neues Cube Mountainbike. Mit eingebautem Rückenwind, sprich einem Motor und ABS. Einige Probefahrten machte ich diese Woche daheim in Winterthur. Die Begeisterung mit dem neuen Bike ist riesig. Die grossen 29-Zoll Räder und die veränderte Rahmengeometrie, gekoppelt mit dem Antrieb durch den Motor, geben ein komplett neues Fahrgefühl. Primär ist der Motor für mich eine Reichweitenerweiterung. Es geht weiter und es sind viel mehr Höhenmeter möglich als vorher. Das eröffnet neue Möglichkeiten. Bike & Hike könnte bei Gabi und mir zum neuen Trend werden. Ideen haben wir viele. Das Gefühl ist ähnlich wie beim Umstieg auf den Stromer, den ich zum Pendeln brauche. Trotz Batterie kann man das Velo so fahren, dass es sehr, sehr anstrengend ist. Schwitzen tue ich jedenfalls nicht weniger.

ohne Worte

Mit eingebautem Rückenwind bergan

Eines unserer Bike & Hike Projekte ist die Schesaplana. Mit dem Velo von Fideris hinauf zur Schesaplanahütte. Dort übernachten und am nächsten Tag auf den Berg und mit dem Velo zurück. Das spart lockere 5 Stunden Fussmarsch. Die Strecke von Seewis hinauf zur Hütte und wieder retour ist einfach lang. Spannungsmässig ist sie genau das: mässig spannend. Hinab kann man immerhin Trottinetts in der Hütte mieten. Aber hinauf musst du immer wurzeln.

Seewis mit meinem Ziel ganz hinten – dem Fuss der Schesaplana
Hausrat auf der Alp, der auf die Mulde wartet
kurz vor der Schesaplanahütte (oben beim Wegweiser links)

Heute fahre ich die Strecke mit dem Bike. Ich kenne sie in- und auswendig. Deshalb ist das eine gute Referenz. Mit dem eingebauten Rückenwind spiele ich. Von windstill (keine Unterstützung), über die sanfte Brise (Eco, leichte Unterstützung) bis eMTB (intelligente Unterstützung auf Basis des Fahrverhaltens) probiere ich einiges aus. Gefühlt fliege ich fast schon bergauf. Es ist eine wahre Freude. Oben bei der Hütte ist die Zunge mal nicht bei Fuss. Nassgeschwitzt bin ich, das ist normal bei mir. Dafür ist der Puls nicht ganz so hochgeschossen wie sonst.

Hunger und Durst gibt’s auch mit dem neuen Bike

Sommertraum

Batteriehühner sind klar in der Überzahl. Fast 20 Bikes stehen vor der Hütte. Die Fussgänger sind eine Rarität. Ich lasse mir einen Wurstsalat schmecken und geniesse das wunderbare Panorama. Am Tisch sitzen zwei Familien. Die mir erzählen, dass es auch bei ihnen dank eMTB mehr und längere Velotouren in den Bergen gibt. Klar ist auch, dass, egal ob eMTB oder MTB ohne Strom, die Fahrtechnik nach wie vor wichtig ist.

Aussicht gen Sassauna

Hinunter geht es auf demselben Weg. Da kommen die Details der Einstellungen an den Federn zum Zug. Die Feineinstellungen sind hammermässig effizient. Gut gefedert brettere ich zu Tal. Immer so kontrolliert, dass ich anhalten könnte bei Gegenverkehr. Den ich zwei Mal habe. Die Laufruhe des Bikes, da merke ich die grossen Räder, ist 1a. Das ABS gibt Sicherheit, auch wenn ich es zum Glück nicht aktiv brauche. Wie heute üblich, „spricht“ das Velo mit einer App. Die mir wiederum erzählt, wie die Bremsvorgänge aussehen.

In Grüsch biege ich auf einen Trail auf der Seite von Überlandquart ein. Der fordert mich vor allem technisch und ist eine gute Übung. Auch hier merke ich den grossen Unterschied zwischen dem alten und dem neuen Velo markant. Die grossen Räder „schlucken“ mehr Unebenheiten am Boden.

Oben in Fideris zähle ich über 1’800 Höhenmeter und fühle mich angenehm müde. Das neue Bike macht definitiv Freude. Nächste Woche kommt auch für Gabi ein neues Teil bei uns an. Ab dem nächsten Wochenende sind wir gemeinsam mit Schub unterwegs. Wir freuen uns!

Die Bilder des Tages.

Mit der Route, die in Schiers gestartet hat. Wo wir in der neuen Bäckerei Hitz ein vorzügliches Morgenessen in der noch kühlen Morgenluft geniessen durften.