Magglingen am Morgen: stockdicker Nebel. Alles ist nass. Sehen tue ich wenig. Nichts wie weg heisst die Devise. Balsthal am Abend: stockdicker Nebel. Dazwischen: ein Biketraum.
Wohin des Weges?
Ganz einfach. Alles der Bikeroute 44 entlang nach Balsthal. Zuerst fahre ich ab Magglingen mehrere Kilometer und mit einigen Höhenmetern retour auf die Route zum Punkt, wo ich sie gestern verlassen hatte. Die Sonne lacht bald wieder. In Les Prés-d‘Orvin, wo ich gestern in den Nebel tauchte, komme ich heute aus der Suppe heraus. Oh wie ist das schön.
Die Strecke ist ein Traum. Über die Grate führt sie. Manchmal wechseln die Täler. In Sonceboz ist ein solcher Wechsel nötig. Also ab in die Nebelsuppe und die Kälte. Auf der anderen Seite knete ich wieder hoch. In die Sonne und auf die nächste Krete. So geht es munter weiter. Ich bin begeistert.
Bloss eines fehlt: offene Restaurants. Die kommen erst später. Auf dem Bürenberg ist es soweit. Ich esse ein Plättli. Das für zwei Personen genug gross wäre. Mein Hunger reicht, um alles zu essen. Parallel dazu lade ich den Akku des Velos nach. Die Route ist so lang, da will ich kein Risiko eingehen. Am Ende sind es genau diese Prozente, die mich noch hoch nach Fideris bringen.
Um halb drei fahre ich weiter. Bereits merke ich, dass ich mehr Zeit brauche als geplant. Die Strecke ist teilweise ziemlich spannend. Das braucht Zeit. Die Sicherheit geht vor. Ein paar wenige, kurze, Teile gehe ich zu Fuss. Nach dem Weissenstein folgt ein Stück, dass einfacher hätte angelegt werden können. Auf einem schmalen und rutschigen Pfad geht es steil abwärts. Das braucht wieder viel Zeit, denn ich gehe zu Fuss hinab. Im tiefen Laub verstecken sich Steine, auf denen ich wie auf Seife rutsche.
Am Rand der Strecke sehe ich vieles. Einen Fuchs, der seinen Geschäften nachgeht. Alpakas, wovon eines einen Touristen anspeit, weil er ihm zu nahe kommt. Kühe im Galopp und solche, die Bocksprünge machen. Auf dem Weissenstein viel Volk. Es ist Allerheiligen und die Solothurner und Aargauer haben frei. Da zieht es sie an die Sonne.
Das Dessert
In der Nähe von Gänsbrunnen folgt der letzte Talwechsel. Nochmal geht es steil hinauf. Es dämmert bereits. Mir gefällt es so gut, dass ich die Müdigkeit gar nicht wahrnehme. Als ich im Dunkeln über eine Kuhweide fahre, merke ich wieder einmal, dass die Tage im Herbst einfach zu kurz sind. Das letzte Stück der Route kürze ich etwas ab. Die Abfahrt in der Dunkelheit auf der geteerten Strasse ist sicherer. Wobei die letzten Kilometer vor Balsthal mühsam sind. Der Nebel ist extrem dicht. Die Sicht gleich null. Im Schritttempo fahre ich zu Tal. Ich bin froh, als ich beleuchtete Strassen erreiche. Und dann bin ich da, am Bahnhof.
Ein schneller Kaffee, die Wärme tut gut. Und schon fährt der Zug nach Oensingen. Dort wechsle ich in den arg verspäteten Intercity nach Zürich. Reicht es für den Zug nach Landquart? Die nette Zugbegleiterin bestellt jedenfalls, dass der Zug auf mich und ein paar weitere Reisende warten soll. Am Ende sehe ich den Zug nach Chur aus dem Bahnhof fahren als wir ankommen. Tja. Die Wartezeit nutze ich um einen warmen Znacht zu jagen. Ghackets mit Hörnli und Apfelmus gibt es. Und es ist fein. Mein Velo dient als Speisewagen.
Das Fazit
Die Route 44 ist der Hammer. Legt man aber zwei Etappen zusammen, so wie ich ich, ist das Pensum für einen Tag mit rund 100 km sportlich. Auch mit einem eBike. Höhenmeter hat es ja auch noch ein paar. Die Aufteilung auf drei Etappen empfiehlt sich. Dann passt das perfekt.
Die Bilder.
Mit der Route.