„Ijes“ – we did it

Gabi’s Wunsch geht heute in Erfüllung. „Ijes“ – we did it!

morgendlicher Blick aus der Ferienwohnung
prächtiger Blumenschmuck im Dorfbrunnen von Jenaz
Morgennebel bei Grüsch
Malans

Wie es zu „Ijes“ kommt

Das Prättigau hat viele Seitentäler. Von diesen Seitentälern zweigen weitere Täler ab. Fast so wie Äste an einem Baum. Irgendwann bist du irgendwo – und fragst dich, ob’s noch weiter geht. So kommt es zu „Ijes“. Das ist ein Flurname auf einer Alp am Fusse des Naafkopf. Der wiederum befindet sich in Österreich. Die Alp aber, die ist in der Schweiz. Die Grenze geht oben über die vielen Gipfel. Und weil diese Alp „Ijes“ eben so weit weg ist, hat sie sich als Ziel unserer heutigen Biketour angeboten. Erreichbar ist die Alp via Alpstrasse von Jenins her. Die zieht sich gefühlt endlos steil in die Höhe. Bis man auf der Vorder Alp, auf 1803 Meter über Meer, das erste Mal so etwas wie eine flache Stelle erreicht. Vorher knetet man hinauf. Kehre über Kehre absolvieren wir. Bis wir nach ziemlich genau 1200 Höhenmetern mit leerem Bauch dringend unsere Mittagspause machen müssen. Da ist nicht der Akku des Velos leer, sondern der der Pilotin und des Piloten.

Das Eingeklemmte ist schnell vom Rucksack in den Magen umgeladen und entfaltet seine Wirkung. Die Beine kriegen Kraft, wir wollen weiter. Das Wetter gefällt. Es ist teilweise sonnig, bei angenehmen Temperaturen. Die, wie meist, tiefer werden je höher man kommt. Stellenweise bläst ein kühler Wind. Es ist herbstlich, die Farben gefallen. Nochmals schrauben wir uns 200 Höhenmeter rauf. Bis wir auf dem Punkt 2031 das Bänkli erreichen, das wir von Wanderungen her kennen. Wir schauen hinab auf die Fläscher Alp. Wo wir nach einer rassigen Schussfahrt bald sind. Nahe vorbei an den bekannten Seen Oberst See, Mittler See und Vorderscht See, die wir uns heute für einmal schenken, geht es zum Wegweiser beim Punkt 1781. Hier steigt der Weg an zum Bartümeljoch. Auch hier waren wir schon mehrmals zu Fuss. Heute steigen wir mit dem Velo auf. Die Tunnels warten auf uns. Hier oben ist, wie an anderen Orten im Prättigau, einiges an altem Gemäuer der Armee vorhanden. Grenzbefestigungen aus Kriegszeiten sind das. Nach den Tunnels sind wir da, im Kessel Ijes.

Tunnel vor der Alp Ijes

Wir lassen die Umgebung auf uns wirken. Die Sonne geht schon langsam unter und taucht die Landschaft in warmes Herbstlicht. Es ist wunderbar, und einsam. Auch wenn der Wind kräftig bläst und wir um die guten Kleider froh sind.

Nochmals geht es, nach kurzer Abfahrt, kräftig bergauf. Retour zum höchsten Punkt auf 2031 Metern. Von wo es nur noch eine Richtung gibt. Abwärts bis Jenins, auf 600 Metern unten. Das ist ein Spass! 10 Kilometer einfach runtersausen. Auf Kies- und Asphaltstrassen. Die oftmals kurvig sind wie eine Achterbahn. Das haben wir selten.

abendlicher Blick zurück zur Fläscher Alp
Abendstimmung 1
Abendstimmung 2

Von Jenins pedalieren wir retour ins Prättigau. Um Punkt 18.00 Uhr kommen wir beim Restaurant Alpina in Schiers an. Das ist das Ergebnis eines spontanen Entscheids. Wir lassen heute das Kochen sein und lassen uns bekochen. Zwei Stunden später geht es mit vollem Bauch retour den Berg hinauf nach Fideris. Das ist zwar das nicht so optimale Programm für den Bauch, aber die Vorfreude auf die Dusche ist grösser. Müde und zufrieden bilanzieren wir, dass der heutige Tag genauso schön und herrlich war wie die Tage, die wir bis jetzt in unseren Ferien geniessen durften.

Abendstimmung 3 – der Sassauna von Schiers aus gesehen

Erkenntnis eines eMTB Fahrers

Es ist ja nicht so, dass ein eMTB einem quasi wie ein Töffli den Berg hochträgt. Nein, man darf da fleissig selber pedalieren. Vor allem dann, wenn die Tour vermutlich so lang ist, dass der Akku nicht reicht wenn eine hohe Unterstützung gewählt wird. Nachladen ist eine andere Sache. Das fällt im Herbst aus wenn wir auf Alpen hochfahren. Die sind nämlich für den Winter präpariert, menschenleer und stromlos.

Deshalb bin ich heute zurückhaltend und knete umso mehr selber. Was beim nicht gerade leichten Velo zur schweisstreibenden Sache wird. Die Fahrt fühlt sich an, wie mit dem MTB ohne Batterie. Sportlich ist es durchaus. Es lohnt sich aber, stelle ich am Abend fest, als ich mit 3% Restakku im Dunkeln vor der Ferienwohnung vom Velo steige. Der eingebaute Rückenwind hat punktgenau gereicht.

Das Bilderbuch des Tages.

Mit der Route.