Schnee(schuh)tour auf die Carschinafurgga (2221 m)

Das tragische Brandunglück von Crans-Montana dämpft die Stimmung, macht nachdenklich und sprachlos. Bewegung an der frischen Luft hellt die schweren Gedanken etwas auf.

Den sonnigen Donnerstag verbrachten wir auf der Loipe in Davos. Wo sie einen 1a-Job machen. Der wenige Schnee wird grossflächig zusammengekratzt und als Ergebnis gibt es jetzt einige Loipenkilometer, auf denen man sich bewegen kann. Was wir taten. Bis es am Nachmittag ziemlich viel Volk hatte und wir uns zurückzogen.

Freitagsprogramm

Der Wetterbericht kündigt leichte Schneefälle an. Vorher soll es bewölkt sein. Lust auf das volle Davos verspüren wir nicht. Hingegen bekommen wir per Mail eine Spontantour von Bergpunkt zugestellt. Die uns auf den Geschmack bringt. Nämlich für eine Schnee(schuh)tour auf die Carschinafurgga. Wo die Carschinahütte nur ein paar Meter nebenan liegt. Die Hütte ist zwar wegen eines Umbaus geschlossen. Die Gegend ist die Anstrengung aber immer wert. Ist sie doch landschaftlich reizvoll. Was jetzt, wo sie im Winterschlaf liegt, erst recht gilt.

Blick gen Partnun und Schijenflue

Mit dem Auto fahren wir zum Winterparkplatz. Die Zufahrt nach Partnun ist, wegen des Schneemangels, noch offen. Kurz vor dem Abzweiger gen Alp Carschina parkieren wir. Die Strasse ist sehr eisig, was den Volvo zu ziemlich viel Bewegung animiert. Das wird für die Rückfahrt lustig, geht uns durch den Kopf. Zuerst aber kühlen wir uns ab. Es ist wieder sehr kalt. Der leichte Wind kühlt zusätzlich ab. Meine langen Unterhosen liess ich im Tal. Was ein Fehler ist.

Einem Alpweg entlang steigen wir auf. Da klärt sich, wieso das eine Schnee(schuh)tour ist. Die Schneeschuhe sind nicht nötig, genausowenig wie die Grödel. Die Schneedecke ist hart und festgetreten. Wir absolvieren die ganze Tour mit unseren Winterbergschuhen. Ohne Rutscherei, einfach so. Es geht fast leichter voran wie im Sommer. Dabei haben wir an dieser Ecke schon unser blaues Schneewunder auf einer Skitour erlebt. Bodenlos viel aufgeweichten Schnee und Bedingungen, die grässlich waren.

die Drusenfluh und im Vordergrund die Carschinahütte (Bildmitte)
Schnee lief wie Schlagrahm vom Dach und fror ein
Gabi in der Weite der Landschaft

Auf der Alp Carschina rasten wir kurz. Es ist zu frisch, um länger stillzustehen oder zu sitzen. Die lange Traverse unter dem Girenspitz durch bis hinauf zur Carschinafurgga absolvieren wir zügig. Nicht ohne immer wieder in die tolle Landschaft zu blicken. An einer Stelle fliegen plötzlich fünf oder sechs Schneehühner auf – und davon. Die Hütte am Horizont kommt immer näher. Bevor wir sie erreichen, lassen wir uns auf der Furgga den kalten Wind um die Nase blasen.

geschlossene Carschinahütte
Blick auf die Drusenfluh von der Carschinafurgga aus

Bei der Hütte verziehen wir uns in eine windgeschützte Ecke und essen Zmittag. Das Wetter ändert sich im Minutentakt, bleibt aber immer angenehm. Gut ist, dass die Wolken oben bleiben. Es nebelt nicht, bloss kurz rieselt mal etwas Schnee. Am Schluss, unterhalb von Partnun, zeigt sich sogar kurz die Sonne.

Durch die mit Felsen durchsetzte Gegend bei der Brunnenegg bewegen wir uns in Richtung dem erwähnten Partnun. Dem Sommerweg entlang, vorbei am bekannten Alpenrösli, geht es die letzten Höhenmeter hinab bis zum Auto. Das zwischen den Sommerparkplätten 6 und 5 steht.

kurz nach der Hütte im Abstieg
es ist so kalt, das steht sogar das Wasser still
am Wegesrand

Zum Schluss kommt die spannende Abfahrt. Es ist streckenweise so eisig, da hält gar nichts. Jetzt ist das Off-Road Programm des Volvo die einzig richtige Wahl. Vollelektronisch kriecht das Auto über die vereisten Stellen sicher talwärts. Das ABS rattert fröhlich und die digitalen Helferlein halten uns in der Spur. Bald einmal sind wir retour in Fideris. Wo die Kürbissuppe rasch gewärmt ist, uns aufwärmt und wunderbar mundet.

Die Bilder des Tages.

Mit der Route.