Der Mittwoch stand ganz im Zeichen der Entspannung. Lesen, Kochen und Geniessen standen auf dem Programm.
Heute Donnerstag ist Bewegung angesagt. Unser Vermieter brachte uns am Mittwochabend auf die Idee. Die Biathlon-WM auf der Lenzerheide wäre doch eine tolle Sache. Darüber hätte ich doch einmal gesprochen. Wir sagen stimmt, das wollten wir doch machen. Sofort sind zwei Tickets gekauft und die Langlaufsachen für den Ausflug am Donnerstag gepackt.
Der lange Lauf
Zuerst laufen wir selber lang. Das Gelände ist wunderschön, die Loipe in sehr gutem Zustand. Zumindest die, die nicht über den See führt. Die Seeloipe gönnen wir uns trotzdem. Der See ist klein und die Runde auch. Da stört es auch nicht, dass mangels Schnee keine brauchbare klassische Loipe gespurt werden kann. Also eiere ich um die Runde und freue mich, als ich an Land eine Top-Loipe vorfinde. Für Skating sind die Ansprüche etwas kleiner. Das geht fast immer.
Bis zur Biathlonarena in Lantsch ziehen wir unsere Spuren. Immer wieder kreuzen uns die Spitzenathletinnen und -athleten. Die ihre Tageskilometer abspulen. Sehenswert, wie sie die Anstiege bewältigen. Wie Federn springen sie hoch. Da fühlt man sich wie ein Kartoffelsack. Aber egal, schwitzen tun beide. Cool sind die Fans aus Schweden und Norwegen, die zu Fuss zur Arena pilgern.
Zurück im Langlaufzentrum in Valbella, wo wir Dusche und Garderobe aufsuchen, füllen wir die leeren Kalorienspeicher mit leckerem Flammkuchen auf. Die Sonne scheint, es ist plötzlich sehr warm. Der angekündigte Föhn ist da. Das Thermometer springt auf 10 Grad hoch. Was dem Schnee nicht gefällt, der wird matschig.
Die Biathlon-WM
Zum ersten Mal findet sie in der Schweiz statt, die Weltmeisterschaft. Eine Randsportart rückt ins Rampenlicht. Letzten Oktober war ich schon einmal in der Biathlon-Arena, im Rahmen eines Events. Wir durften damals „Sommer“-Biathlon für Touristen machen. Laufen und schiessen. Das hat richtig Spass gemacht.
Heute steht das „SINGLE MIXED RELAY (W+M)“ Staffelrennen auf dem Programm. Eine wirklich unterhaltsame und spannende Sache. Nur 1,5 Kilometer ist die Runde lang. Wir verfolgen das Rennen von der Haupttribüne aus. 27 Teams sind am Start. Die Leistungsunterschiede sind relativ gross. Das führt dazu, dass 4 Teams während des Rennens vorzeitig aufgeben müssen. Weil sie überholt worden wären und das Rennen behindert hätten.
Was wir sehen, ist grossartig. Zwischenzeitlich sind die Schweizer in Führung. Am Ende reicht es leider nur zu Platz 4. Ganz knapp verpassen sie die erste Medaille. Seit 11 Jahren warten sie darauf. Hier gibt es das Rennen auf YouTube.
Als Laie ist es spannend zu sehen, wie Biathlon an der Spitze funktioniert. Perfekt organisiert ist die Veranstaltung auch. Mit dem Shuttlebus geht es zur Arena. Nach dem Rennen fahren die über 8’000 Zuschauerinnen und Zuschauer wieder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurück. Ohne Wartezeit. Man stellt sich am richtigen Busgate an, davor stehen die Busse Schlange und in wenigen Minuten geht es los.
Es war ein unterhaltsamer und einmal mehr sportlicher Ferientag.