Die Krinnenspitze (2000 m) und die Geschichte vom wegweisenden Tisch

Die Geschichte …

… beginnt damit, dass es hier in der Gegend mindestens zwei Dörfer mit dem Namen Rauth gibt. Was der Schweizer logischerweise nicht so auf dem Radar hat. Ergo gibt er im Navigationsgerät des Autos „Rauth“ ein und düst los. Denn in Rauth ist der Start unserer für heute geplanten Bergwanderung.

Irgendwie beschleicht uns bei der Anfahrt das Gefühl, dass wir es in Sachen Geographie nicht so ganz im Griff haben. Denn wir fahren anders als wir uns vorgestellt haben. Die Irritation ist zu wenig gross, dass wir reagieren würden. In Rauth kommen wir an, parkieren, steigen aus und machen uns bereit.

Da kommen zwei Pensionisten (österreichisch für Pensionäre) mit einem Tisch auf uns zu. Sie möblieren den Parkplatz, der ihnen gehört. Wir kommen ins Gespräch. Sie fragen, wo wir hinwollen, wir antworten, sie schauen sich an, kennen unseren Berggipfel erst als sie nachdenken und weisen in ein anderes Tal. Jetzt sind wir es, die schauen. Dann finden wir heraus, dass es hier in kurzer Distanz zueinander eben zweimal den Ort Rauth gibt. Tja. So kann es einem gehen.

der besagte, ziemlich unscheinbare, Tisch

Die beiden Herren machen dann gleich Werbung für den Hausberg des Ortes. Dem Krinnenspitz. Schnell sind Gabi und ich uns einig: den nehmen wir. Die Tour ist sogar in unserem Rother-Büchlein drin. Kurzentschlossen machen wir uns auf die Socken.

Der Berg zur Geschichte

Kurz und knackig, so lässt sich die Route beschreiben. Weniger als 10 km Länge und fast 1’000 Höhenmeter. Wald mit Schatten, Alpen mit Sonne, Felsen zum Kraxeln und vor allem manch steilen Meter erleben wir. Die Aussicht ist genial, das Wetter passt und oben thront ein Gipfelkreuz. Was will man mehr? Für einmal fehlen heute die Regenwolken. Was sehr erfreulich ist. Es ist sommerlich warm und der Schweiss fliesst in Strömen.

zwei freundliche Damen treffen wir oben auf der Krinnenspitze

Auf der Krete sehen wir einen Turmfalken. Charakteristisch fliegt er im Aufwind die längste Zeit an Ort. Bevor er heruntersticht, retourkommt und wieder seinen „Stillstand“ demonstriert. Später, im Abstieg, sehe ich weiter oben einen Fuchs. Der verschwindet und taucht, man meint er habe Flügel, so schnell geht das, vorwitzig etwas oberhalb von uns im Gras wieder auf. Er schaut uns an und dreht dann ab.

Flugkünstler
der Haldensee
rechts die Krinnenspitze
auch heute sehen wir Orchideen – Zweiblättrige Waldhyazinthe

Wieder zurück im Dorf, stecken wir unsere nackten und heissen Füsse in den Dorfbrunnen. Kneipp lässt grüssen. Die Erfrischung ist höchst willkommen. Wir dürfen als Fazit sagen, dass uns die unverhoffte Planänderung mit dem wegweisenden Tisch eine hübsche Bergwanderung beschert hat.

Die Bilder des Tages.

Mit der Route.

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