Über die Carschinahütte aufs Jägglischhorn (2289 m)

Gabi macht heute einen Ruhetag. Ich hingegen führe einen Unruhetag durch. Bike und Hike steht auf dem Programm. 

Der Plan und seine Umsetzung

Die gestrige Tour hinauf zur Carschinahütte hat mir so gut gefallen, da sitze ich heute gleich nochmals auf dem Velo, fahre hinauf nach Partnun, biege ab und pedaliere auf dem relativ breiten, aber sehr groben, Bergweg bis zur Hütte. Das macht Freude!

St. Antönien
der Partnunsee
genau die gleiche Bikekollektion wie sie Gabi und ich haben …
das Ziel ist in Sicht

Oben treffe ich Cyrill Locher. Er ist im Prättigau in Sachen Bike, Langlauf und Wandern sehr aktiv. Im letzten Herbst sahen wir an einem anderen Ort ein Inserat über einen Bike‑&-Hike-Führer, den er bald veröffentlicht. Jetzt ist es soweit. Ich kaufe mir gleich oben auf dem Berg solch ein Teil. Nach einem Schwatz mit Cyrill, stöbere ich kurz im Führer, sehe, dass die eine oder andere Route, die wir gemacht haben, drin steht und bin gespannt, was ich später an neuen Sachen finden werde. Nach der Stärkung mit einem Streuselkuchen und Kaffee, überlege ich, was als Nächstes kommen soll. Zu Fuss auf den Schafberg, der gleich neben der Hütte liegt? Oder doch eher etwas anderes? 

Füllung für meinen eigenen Akku
Patschifig geht es zu und her

Der Entscheid fällt: Ich will aufs Jägglischhorn. Das liegt zwar auf der anderen Talseite. Der Akku sollte aber knapp reichen, zumindest bis hinauf auf die Alp Hindersäss. Von wo der Gipfel knapp 300 Höhenmeter und 30 Minuten Fussmarsch entfernt liegt. 

Gesagt, getan. Der Akku reicht tatsächlich. Genau bis zum Schweinestall der Alp. Da quickt das Velo kurz und ich steh’ am Berg. Da ist kein Strom mehr in der Batterie. Die letzten paar Meter schiebe ich. Und überlege schon mal, wie ich später von Küblis hinauf nach Fideris komme. Ohne Strom ist das schlicht mühsam. Die Erfahrung zeigt, dass der Akku für Touren reicht, die bis zu 2200 Höhenmeter bringen und etwa 45 Kilometer lang sind. Jedenfalls in meinem Fahrstil.

Zuerst steige ich aber wie geplant aufs Jägglischhorn. Beim Aufstieg sehe ich einen Biker, der über den weglosen Grat fährt. Wow, das ist ein Könner. Das wäre nichts für mich. Schnell bin ich oben auf dem Gipfel, mache kurz Pause, um die Aussicht zu geniessen, und steige wieder ab zur Alp. Von wo ich mit dem stromlosen Velo zu Tal düse. 

Rätschenhorn
der Biker auf dem Grat des Jägglischhorns
der altbekannte Gipfelblick vom Jägglischhorn

Zum Glück hat Gabi meinen Gipfelgruss gelesen und ruft an, ob sie mich in Küblis unten holen soll. Von wegen leerem Akku. Die schnelle Lösung ist, dass sie mir ihren vollen Akku bringt, ich die Teile wechsle und dann mit dem Velo nach Fideris fahre. So kommt es, dass wir in Küblis eine mobile Akkuwechselstation machen und das Problem so lösen. Ich überlege mal wieder, ob ich mir nicht doch einen kleinen Zusatzakku zulegen soll. Wobei es günstiger ist, einfach das Ladegerät mitzunehmen, um bei so spontanen Planänderungen, wie ich sie heute machte, irgendwo ein paar Prozent Saft aus einer Steckdose zu zapfen. 

Nun denn, toll war es und Spass hat es gemacht. 

Die Bilder des Tages. 


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