Der Monte Albo liegt nicht allzuweit entfernt. Steile Kalkfelsen erheben sich in die Höhe, dazwischen hat es unberührte Hochebenen. Der Wanderführer meint, das sei eine der schönsten Routen in der Gegend. Da gehen wir heute hin.
Der Start
Mit dem Auto kurven wir rund 45 Minuten hinauf zum Ausgangspunkt. Auf kurvigen Strässchen und durch fast ausgestorbene Orte fahren wir. Die Entvölkerung der ländlichen Regionen der Insel ist hier gut sichtbar. In den Dörfern sind alte Menschen unterwegs. Läden hat es keine mehr. Vielleicht, und mit Glück, mal eine Bar. Dafür, und ob sie wohl mit Geld der EU finanziert worden ist, hat es monströse Fussgängerübergänge mit Blinklichtern. Keine Leute, keine Fussgänger, aber Übergänge, die sind so luxuriös, da bekommt ein Schweizer Fussgängerstreifen glatt einen Minderwertigkeitskomplex. Damit es ganz sicher ist, liegt jeweils vor und nach dem Streifen eine Schwelle quer über der Strasse. Die das Auto schier zerlegt. So steil sind die Dinger.
Direkt vom Auto steigen wir auf einem schmalen Pfad durch den Wald, der vor allem aus Steineichen besteht, auf. Es blüht allenthalten. Alpenveilchen (Cyclamen) und viele andere Pflanzen, die wir nicht kennen, geniessen den Frühling und blühen um die Wette. Es hat auch Wachholdersträuche und Mastixstauden.
Weiter oben
Oberhalb der Baumgrenze, die auf rund 1000 Metern liegt, kommen wir auf eine grosse, ebene Fläche. Sie heisst „Su Campu ‘e Susu“, ist also im sardischen Dialekt benannt. Es grasen Schafe, die uns erstaunt anschauen. Hier oben sehen wir die einzigen beiden Menschen auf unserer Wanderung. Ich tippe darauf, dass es englische Vogelkundler sind.
Ganz oben
Für uns geht es noch etwas weiter hinauf. Die Kalksteinfelsen sind rauh, der Weg durchaus anstrengend. Da man bei jedem Schritt aufpassen muss. Das Geröll ist lose und die Steine bewegen sich. Wir sehen unseren Gipfel, der mit einem etwas krüppligen, aus Stecken gebastelten, Gipfelkreuz verziert ist. Weit sehen wir in die Landschaft. Auf der einen Seite ins Landesinnere, auf der anderen Seite bis hinaus aufs Meer. Die Sonne scheint, es ist warm und der leichte Wind kühlt uns perfekt.
Der Abstieg
In einer grossen Runde steigen wir wieder ab. Im oberen Bereich ist es sehr geröllig. Unten, im Wald mit den Steineichen, ist der Weg angenehmer. Allenthalben hat es nun Wegweiser. Am Ende treffen wir auf einen Wanderweg, der vor sechs Jahren neu eingerichtet worden ist. Die Signalisation ist nun perfekt. Vorher wären wir ohne GPS-Route etwas verloren gegangen im schroffen Gelände.
Zum Schluss gehen wir noch rund 2 Kilometer der Strasse nach. Genau ein Auto passiert uns. Es ist hier wirklich einsam und leer.
Wir blicken auf eine tolle erste Wanderung zurück. Der Rother-Führer hat definitiv nicht zu viel versprochen. Wen die Route interessiert, schaue unter https://rother.app/trip/248621 vorbei.
Das Bilderbuch des Tages.
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