d’Messerschleckerrundi

Was für ein Name für die heutige Velotour. Wie es dazu kam? Lies den Beitrag bis zum Ende. Dann bist du voll im Bild.

Der Anfang

Mit dem Zug fahren wir bis nach Frauenfeld. Die Sonne scheint, es ist wieder frühlingshaft warm. Kein Wind weht, der Himmel ist stahlblau. Die Verhältnisse sind perfekt. Gabi hat auf Schweiz Mobil eine Runde eingezeichnet, die von der Distanz und der Landschaft her passen soll. Wir sind gespannt und treten direkt vom Bahnhof aus in die Pedalen.

Kunst am Strassenrand

Der Säntisblick

Der erste Halt, der unserem Zmittag dient, folgt nach wenigen Kilometern. Auf einem sonnigen Bänklein sitzen wir am Waldrand, die Ecke ausserhalb von Pfyn heisst Säntisblick. Weil man von dort aus, man errät es fast nicht, auf den Säntis blickt. Was stimmt, Föhn sei dank sehen wir den Berg. Es ist warm, wir geniessen es. Die Vögel zwitschern und mehrmals fliegt ein Zitronenfalter an uns vorbei.

mein Velo ist auch ein Sandwichwägeli

Gut verpflegt steigen wir anschliessend auf. Hinauf auf den Seerücken. Unterhörstetten, Oberhörstetten, Reckenwil. Dörfer und Weiler säumen die einsamen Strässchen. In Gündelhart passieren wir eine hübsche und kleine Kirche. Der St. Mauritius wacht über das Gebäude, und ist als Bild über dem Eingang an der Wand verewigt worden.

Auf einmal rattert und knattert es. Ja, nicht nur wir nutzen das tolle Frühlingswetter für eine erste Ausfahrt. Auch einige Pensionäre machen mit. Mit ihren alten, auf Hochglanz polierten Traktoren. Blöd ist nur, dass wir ein Stück weit denselben Weg haben wie sie. Und mit den Velos in etwa gleich „schnell“ unterwegs sind. Alte Traktoren duften leider nicht nach Rosen, sondern nach Diesel. Der sich in blauen Wolken äussert. So sind wir froh, als wir beim Schloss Liebenfels eine kurze Besichtigung von aussen einlegen können. Die Traktoren verduften, und wir kurven nachher in aller Ruhe über dieselbe Strasse. Aber ohne Gestank.

Schloss Liebenfels, in Privatbesitz und nicht zugänglich

Nach Gabis Planung würden wir nun nach Mammern abfahren. Auf einem Wanderweg im Tüüfftobel. Das aber wegen eines Hangrutsches gesperrt ist. Dumm gelaufen ist das. Denn statt hinab geht es nun hinauf. Zur Hoochwacht. Wo mir Gabi sagt, dass wir da während der Coronazeit, auf einer Wanderung von Mammern nach Diessenhofen, schon mal waren. Die Aussicht auf den Untersee ist super. Blau schimmert das Wasser in der Tiefe.

da kommt Fjordfeeling auf

Ab jetzt geht es tatsächlich bergab, und wie. Steil ist der Weg nach Mammern. Gesäumt wird er im Wald teilweise von Schneeglöckchenfeldern. Das gefällt. In Mammern biegen wir für das Stück bis Stein am Rhein auf den Bodenseeveloweg ein. Plötzlich hat es da Veloverkehr.

Der Rückweg

Die Fahrt retour nach Winterthur startet in Stein am Rhein. Die Route führt uns schön um den Stammerberg herum, nach Stammheim. Wunderbar ist es. Und wir haben langsam Lust auf eine Pause. Die wir bei der Bäckerei Ammann in Stammheim machen. Da passiert das, was der heutigen Velotour den Namen gibt. Das Messerschlecken. Wir kaufen eine feine Fruchtwähe, die dick mit Meringuescreme bedeckt ist. Das sieht nicht nur lecker aus, es ist auch extrem fein. Ich bitte die Verkäufern, uns das Teil mit dem Messer in Stücke zu schneiden. Was sie gerne macht. Dann kommt die Frage: ob ich das Messer abschlecken wolle. Es sei schade, das, was am Messer klebe, einfach so abzuwaschen. Ich bin baff, die Leute im Laden finden es alle lustig und ich schlecke das Messer sauber. Das wird uns in Erinnerung bleiben.

das war extrem lecker
Schloss Waltalingen, beschienen von Sonne und Mond
Churfirstenblick

Ab in den Sonnenuntergang

Auf dem Rückweg wird es langsam kühler. Die Sonne macht sich auf den Heimweg. Wie auch wir. Bei Dinhard passieren wir glückliche Schweine, die neugierig auf uns zurennen. Auf der Wiese nebendran steht ein Pistenbully. Was der wohl da zu suchen hat? Wir werweissen nicht, sondern pedalieren zügig heimzu. Unter die warme Dusche, nachher wartet der Apéro und bald mundet uns das Nachtessen.

Gwundernasen
wir rätseln, was der hier im Flachland unten sucht

Was für ein netter Tag, wir sind müde und zufrieden.

Die Bilder des Tages.

Mit der Route.