Die Schneesituation im Moment? Ziemlich einmalig schlecht. Es liegt für so gut wie alle Wintersportaktivitäten, die Naturschnee brauchen, zu wenig vom Weiss. Aber jammern bringt nichts. Besser, man macht aus der Situation das Beste.
Der Versuch
Ist es wirklich so übel mit dem Schnee? Wir wollen es genauer wissen. Vom Tal, also Fideris, aus, können wir die Lage weiter oben nur aus der Ferne einschätzen. Es sieht weiss aus. Der letzte Schnee ist bald 2 Monate her und seitdem gab es viel Föhn und Wärme. Somit ist der Fall sicher so, dass die weisse Masse eher eine weisse Kruste sein wird.
Nach einigen Überlegungen entscheiden wir, dass die Schneeschuhe daheim bleiben. Dafür kommen die Grödel in den Rucksack. Den wir per Auto bis nach Furna Hinterberge transportieren. Wo wir beim Parkplatz an der gut gekühlten Waldecke losgehen. Nicht ohne den LVS-Checkpoint zu betrachten und auf der Tafel etwas zu sehen, dass es wohl nicht gibt. Wer Lust hat, schaut das Foto genauer an und findet, was nicht stimmt.
Grün und braun ist auch schön
Getreu dem Titel sind die ersten Höhenmeter im Wald von grün und braun geprägt. Es liegt kein Schnee. Und wenn, dann ist es eine rutschige, eisige, Kruste. Wir steigen langsam auf, umgehen die Blankeisstellen mit Vorsicht und erreichen bald einmal den Waldrand oben beim Untersäss. Das ist der Moment, wo die Grödel zum Einsatz kommen. Der Schnee ist wie vermutet eine harte Kruste. Mit den Harscheisen an den Schneeschuhen könnten wir problemlos weiter aufsteigen. Es wäre aber sehr laut. Mit den Grödeln, den Ministeigeisen, haben wir ebenso perfekten Halt. Dafür hören wir nur unsere Schritte. Und nicht das laute Klappern der Schneeschuhe auf der Kruste.
Dank den Zacken an den Schuhen geht es rassig aufwärts. Die Sonne lacht, die Aussicht ist eine Pracht und am Abend stelle ich fest, dass wir tatsächlich seit vier Jahren nicht mehr auf dem Fadeuer waren. Unglaublich, aber wahr. Bei der Alphütte neben dem Alpkreuz, beim Punkt 1840, machen wir Pause und essen unser Zmittagsandwich. Die Sonne wärmt, es ist eine Freude. Leute sehen wir wenig, genau fünf Personen. Wovon bloss eine davon oben auf dem Gipfel sein wird. Die anderen ziehen auf einem anderen Pfad vorbei.
Im Direktaufstieg geht es weiter, direkt hinauf auf den Fadeuer. Oben ist es windstill. Im Aufstieg hat oftmals die Bise etwas gezogen. Im Rheintal vorne sehen wir die Nebeldecke. Die später von der Walenseeseite her Besuch des Nebels aus diesem Becken bekommt. In Sargans vereinen sie sich.
Wir geniessen die Gipfelrast und ich koche mir wieder einmal einen feinen Kaffee. Der mundet herrlich. Frisch gestärkt geht es wieder hinunter zum Auto. Auf dem festen Schnee, und dank den Grödeln, steigen wir im Expresstempo ab. Diese Wanderung hat sich klar gelohnt. Und macht Lust auf mehr in den nächsten Tagen.
Und so dies und das
Im Auto hören wir eine Verkehrsmeldung. Auf der A13 bei Chur sei kein Schwein mehr auf der Autobahn. Im Blick lese ich am Abend, dass ein Eber ausgebüxt ist. Die A13 musste kurz gesperrt werden. Bis sie das Schwein eingefangen hatten.
Die Bilder des Tages.
Mit der Route.










